DTU Gebäude 208

Die Lernumgebung der Zukunft – gestaltet mit Fokus auf Erhaltung und Wiederverwendung

Standort
Lyngby, Dänemark
Bauherr
Dänemarks Technische Universität (DTU)
Größe
4.500 m²
Jahr
2024
Unternehmer
Enemærke & Petersen
Architekt
AART
Ingenieur
Søren Jensen Rådgivende Ingeniørfirma
Unterberater und Spezialkonsulenten
NERD Architects, RH Arkitekter, Exigo, Lightscapes, Malene Bach Studio
Zertifizierungen
DGNB Platin, DGNB Hjerte und DGNB Diamant
Fotograf
Kontraframe
Zertifizierung
DGNB
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Mit der Modernisierung und Gesamtsanierung des Spezialgebäudes 208 an der DTU haben Studierende und Lehrende der Chemie und Life Sciences eine neue Lernumgebung mit hochmodernen Lehr- und Studieneinrichtungen erhalten, die im Einklang mit dem Ziel der DTU steht, eine Eliteuniversität von Weltrang zu sein.

Das Projekt hat als erstes überhaupt sowohl die Zertifikate DGNB Diamant, DGNB Platin als auch DGNB Herz erhalten und ist damit ein hervorragendes Beispiel für einen ganzheitlichen und langfristigen Ansatz, der den Menschen, die Ressourcen und die architektonische Qualität gleichermaßen in den Blick nimmt.

Das DTU-Gebäude 208 wurde 1967 mit traditionellen Hörsälen und Laborräumen errichtet und ist eines der sieben ursprünglichen funktionalistischen Spezialgebäude auf dem Lyngby-Campus, entworfen von den Architekten Eva und Nils Koppel. Obwohl das Gebäude seinerzeit nach den höchsten Standards in Architektur und Lehre gestaltet wurde, war eine umfassende Umgestaltung und Modernisierung notwendig.

Mit Respekt vor der ursprünglichen, hohen architektonischen Qualität wurde das Gebäude 208 daher transformiert und mit modernen Unterrichtsräumen, einem Supportlabor sowie erweiterten Aufenthaltsbereichen ausgestattet.

Das Gebäude wurde mit flexiblen Räumen bereichert, die nicht nur über zeitgemäße technische Installationen verfügen, sondern auch verbesserte Tageslichtverhältnisse, eine optimierte Akustik und neue visuelle Verbindungen quer durch das Gebäude bieten.

Das Ergebnis stärkt DTUs Ambition, den Standard für die Lernumgebung der Zukunft zu setzen – mit Respekt für das kulturelle Erbe und einem klaren Fokus auf Erhaltung und Wiederverwendung.

Das Gebäude 208 auf dem Lyngby-Campus ist das jüngste Beispiel unserer Arbeit an der Entwicklung der Lernumgebungen der Zukunft – ein Vorhaben, das höchste Standards in Bezug auf physische Einrichtungen und technische Ausstattung erfordert. Diese sollen vielfältige Lehr- und Arbeitsformen unterstützen und gleichzeitig Raum schaffen, in dem Studierende sowohl fachliche als auch soziale Gemeinschaften entfalten können.
Marianne Thorsbøll / Bauherrin und Projektleiterin, DTU Campus Service
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Ein Lernhaus von Weltklasse

Da die übergeordnete Vision hinter der Transformation des Gebäudes 208 darin bestand, eine hochmoderne Lernumgebung zu schaffen, die sowohl heute als auch in Zukunft Maßstäbe setzt, lag einer der zentralen Schwerpunkte des Umbaus darauf, die bestmöglichen Rahmenbedingungen für vielfältige Lehrformen zu schaffen. Daher wurde das Gebäude 208 nun so eingerichtet, dass es Raum für klassische Lehrveranstaltungen, Gruppenarbeit und informelle Studienaktivitäten bietet.

Die traditionellen Hörsäle, Seminarräume und Labore wurden ergänzt durch ALC-Räume (Active Learning Classrooms), Makerspaces sowie sogenannte Brainstorm- und Touchdown-Bereiche, in denen Studierende informell zusammenarbeiten und sich gegenseitig inspirieren können. Darüber hinaus wurden bislang ungenutzte Flächen wie Flure und Foyers aktiviert und als Gemeinschaftsbereiche gestaltet, die Platz für Aufenthalt und soziale Aktivitäten bieten.


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Der Rahmen für eine lebendige Lernumgebung

Da die Möglichkeit zu kulturellen und sozialen Aktivitäten entscheidend für die Entwicklung einer lebendigen Lernumgebung ist, wurde durch die Transformation des Gebäudes 208 mehr Raum und Gelegenheit geschaffen, damit Studierende sich studienübergreifend begegnen und soziale Gemeinschaften entfalten können.

Mit dem Ziel, einen inklusiven Ort zu schaffen, an dem sich sowohl Studierende als auch Lehrende willkommen fühlen, wurde das gesamte Untergeschoss des Gebäudes in einen Gemeinschaftsbereich umgewandelt, der in verschiedene Zonen unterteilt ist – darunter eine Freitagsbar, eine Lounge und eine Tanzfläche. Auf der ersten Etage können sich die Studierenden treffen und sowohl in formellen als auch informellen Lernumgebungen vertiefen und austauschen.

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Lässt das Tageslicht hereinströmen

Ein zentrales Element für das Erlebnis der transformierten Lernumgebung ist das Tageslicht, das nun durch das gesamte Gebäude strömt.

Um das zuvor eher dunkle Gebäude zu öffnen, wurden die Fensterpartien an mehreren Stellen vergrößert, während an anderen Stellen Oberlichter hinzugefügt wurden. Zudem wurden die Aufenthaltsbereiche strategisch verlegt – von den inneren Zonen des Gebäudes hin zu den Fassaden mit ihren vielen Fensterflächen.

Durch die Öffnung auch im Inneren ist eine lebendigere und stärker vernetzte Umgebung entstanden, in der sich Studierende und Mitarbeitende über Räume und Etagen hinweg orientieren und austauschen können – stets in visuellem Kontakt mit der umgebenden Landschaft.

Ein gutes Gebäude ist noch besser geworden. Dem Projekt ist es gelungen, auf respektvolle Weise neue Unterrichtsbereiche in das bestehende Gebäude zu integrieren. Die Renovierung konzentrierte sich nicht nur auf ästhetische Qualitäten, sondern verbesserte auch den Komfort und die Funktionalität im Inneren des Gebäudes. Die zuvor veralteten Systeme wurden durch moderne Technologien ersetzt, die nicht nur heutigen Standards entsprechen, sondern auch ein angenehmeres und benutzerfreundlicheres Nutzungserlebnis schaffen.
Auszug aus der abschließenden DGNB-Diamant-Bewertung – Rat für Nachhaltiges Bauen

Erhaltung und Wiederverwendung von Materialien

Mit dem Ziel, den architektonischen Gesamtausdruck des Spezialgebäudes zu bewahren und den CO₂-Fußabdruck so gering wie möglich zu halten, lag der Schwerpunkt stark auf der Erhaltung und Wiederverwendung des ursprünglichen Inventars und der Materialien im neuen Lernumfeld.

Besonders robuste Materialien wie Beton, Ziegel, Schiefer und Holzdecken wurden erhalten, wiederverwendet oder an anderer Stelle im Gebäude integriert. Auch das klassische Inventar der Hörsäle wurde aufgearbeitet und in den modernisierten Räumen wieder eingebaut.

Bei der Arbeit an Gebäude 208 haben wir jene architektonischen Qualitäten identifiziert, die es besonders lohnte, hervorzuheben und zu stärken. Die sichtbaren Materialien und Betonkonstruktionen sowie der Rhythmus des Hauses – geprägt durch das modulare Raster von Säulen, Fenstern und Oberlichtern – verleihen dem modernisierten Gebäude eine ganz eigene Charakteristik und Identität.
Lotte Foght-Sørensen / Architektin und Projektleiterin bei AART

Integrierte Zusammenarbeit und Nutzerbeteiligung

Um Qualität, Realisierbarkeit und einen optimierten Bauprozess sicherzustellen, wurde die Transformation des Gebäudes 208 nach dem DTU-Modell für integrierte Zusammenarbeit umgesetzt, bei dem die Maßstäbe für Nachhaltigkeit und Zukunftssicherheit besonders hoch angesetzt waren.

Mit dem Ziel, die besten Voraussetzungen für ein ästhetisch, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltigeres Ergebnis zu schaffen, wurde früh im Projekt ein umfassender Beteiligungsprozess eingeleitet. Dabei wurden Vertreter aus fünf DTU-Instituten, ausgewählte Studierende sowie DTU Dancing, Learning Lab und DTU Science Show aktiv einbezogen.

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Jakob Andersen
Partner / Regionsdirektør
Frederikssund, København, Roskilde
jan@aart.dk
+ 45 41 37 94 76